Dividende

Aktien mit guter Dividendenrendite

In Zeiten niedriger Zinsen suchen Anleger verstärkt nach Alternativen, die vor allem eine bessere Rendite als Tages– oder Festgeld beinhaltet. Aber auch unabhängig von der Niedrigzinssituation gibt es interessante Investments, die nicht unbedingt vielen Anlegern ein Begriff sind. Eine beliebte Anlagestrategie sind sogenannte dividendenstarke Aktien oder die dazu passende Dividendenstrategie. Wir möchten uns im folgenden Beitrag damit beschäftigen, warum Aktien mit einer guten Dividendenrendite attraktiv sind, was die Dividendenrendite eigentlich ausmacht und worin die damit verknüpfte Dividendenstrategie besteht.

Dividende als mögliche Ertragsform bei Aktien

Da bisher nicht einmal 20 Prozent aller Bundesbürger jemals Aktien hatten oder aktuell im Depot haben, ist es sicherlich sinnvoll, zunächst etwas auf die Grundlagen dieser Wertpapiere einzugehen. Aktien verbriefen einen gewissen Anteil am Vermögens des Unternehmens, denn die meisten Aktien haben einen bestimmten Nennwert, mit dem Sie als Aktionär am Grundkapital des Unternehmens beteiligt sind. Viel wichtiger für Anleger ist allerdings der aktuelle Kurswert, den Aktien werden an der Börse auf Basis von Angebot und Nachfrage gehandelt. Mögliche Kursgewinne sind aber nur die eine Ertragsform, die es bei Aktien geben kann.

Die zweite mögliche Rendite erzielen Anleger bei solchen Aktiengesellschaften, die eine Dividende ausschütten. Dies setzt in aller Regel voraus, dass im vorherigen Geschäftsjahr ein positives Betriebsergebnis erzielt werden konnte, also ein Gewinn verbucht worden ist. In diesen Fällen schütten zahlreiche Aktiengesellschaften eine Dividende aus. Berechtigt zum Erhalt dieser Dividende sind alle Aktionäre, die eine Aktie im Depot haben. Bei manchen Aktien, meistens sogenannte Vorzugsaktien, kann die ausgeschüttete Dividende sogar noch etwas höher ausfallen. Entscheidend dafür, ob es sich im Hinblick auf die Dividende um eine interessante Aktie handelt oder nicht, ist allerdings nicht die nominale Dividende, sondern stattdessen die sogenannte Dividendenrendite.

Worum handelt es sich bei der Dividendenrendite?

Die Erklärung für den Begriff Dividendenrendite ergibt sich im Prinzip schon aus der Bezeichnung. Gemeint ist damit nämlich die Rendite, die sich mit der seitens der AG ausgeschütteten Dividende für den Aktionär erzielen lässt. Doch woran genau macht man diese Dividendenrendite im Detail fest? Um beurteilen zu können, ob es sich um eine dividendenstarke Aktie handelt oder nicht, ist es wichtig, einen Blick auf die Dividende und den aktuellen Aktienkurs zu werfen. Das Verhältnis von ausgeschütteter Dividende zum Aktienkurs sagt nämlich etwas über die Höhe der Dividendenrendite aus.

Die Dividendenrendite lässt sich leicht mit einer Formel berechnen, indem Sie die nominale Dividende je Aktie mit 100 multiplizieren und das Ergebnis anschließend durch den Aktienkurs teilen. Das Ergebnis besteht dann aus einer prozentualen Angabe, der Dividendenrendite. Wie eine solche Berechnung aussieht, zeigt das folgende Beispiel:

  • Nominale Dividende je Aktie: 3,50 Euro
  • Aktienkurs (aktuell): 120 Euro
  • Dividendenrendite: (3,50 Euro * 100) / 120 = 2,91 Prozent

Die so ermittelte Dividendenrendite in Höhe von knapp drei Prozent im Beispiel ist maximal durchschnittlich, sodass dieses Wertpapier vermutlich nicht den Namen „dividendenstarke“ Aktie rechtfertigen wurde. Ab welchem Zeitpunkt man jedoch von Dividendenstärke sprechen kann, hängt vor allen Dingen von Vergleichswerten ab. Dazu untersuchen Sie am besten einige andere Aktien aus der Branche, in der auch das Wertpapier beheimatet ist, für das Sie sich interessieren. Konkret heißt das, dass Sie beispielsweise die Dividendenrendite von zehn Aktien aus der Finanzbranche ermitteln oder sich die entsprechenden Informationen besorgen, um so die durchschnittliche Dividendenrendite in einer Branche zu ermitteln. Anschließend können Sie dann anhand der Dividendenrendite der zu analysierenden Aktie beurteilen, ob diese unter- oder überdurchschnittlich ist.

Was ist eine gute Dividendenrendite?

Ab wann es sich um eine gute, um eine mittelmäßige oder um eine schlechte Dividendenrendite handelt, darüber gibt es keine festgelegten Zahlen und Werte. Darüber hinaus hängt die Attraktivität einer Dividendenrendite natürlich auch davon ab, wie sich die aktuelle Zinssituation am Kapitalmarkt als Vergleichswert gestaltet. Wenn Sie zum Beispiel auf dem Festgeldkonto nur einen durchschnittlichen Ertrag von unter 0,6 Prozent erhalten, wäre von dieser Warte aus betrachtet eine Dividendenrendite von mehr als zwei Prozent bereits attraktiv. Allerdings sollten Sie auch die Dividendenrenditen anderer Aktien im Blick haben, um tatsächlich eine besonders dividendenstarke Aktie ausfindig zu machen. Um Ihnen zumindest einen Anhaltspunkt zu geben: Aktuell sind sicherlich solche Aktienwerte mit einer guten bzw. überdurchschnittlichen Dividendenrendite ausgestattet, bei denen die Dividendenrendite vier Prozent und mehr beträgt. Vor diesem Hintergrund gibt es beispielsweise einige Aktien aus dem Deutschen Aktienindex, die zu den dividendenstarken Titeln zählen, wie zum Beispiel:

  • RWE
  • Daimler
  • Münchener Rückversicherung
  • BMW
  • Telekom
  • Allianz

Natürlich finden Sie nicht nur im Deutschen Aktienindex dividendenstarke Aktien, sondern ebenso im TecDAX, im S- oder MDAX sowie in zahlreichen internationalen in Indizes wie dem Euro Stoxx 50 oder dem Dow-Jones Index. Entscheidend ist aber nicht nur die aktuelle Dividendenrendite, sondern insbesondere unter der Voraussetzung, dass Sie langfristig eine Dividendenstrategie verfolgen, auch die Entwicklung.

Dividendenstrategie: Langfristig dividendenstarke Aktien sind gefragt

Mit der Dividendenstrategie ist nichts anderes gemeint, als dass Sie Aktien vor allem nach dem Kriterium auswählen, dass eine überdurchschnittliche Dividendenrendite erzielt wird. Innerhalb der Dividendenstrategie legen Sie Ihr Kapital also ganz bewusst beispielsweise in zehn internationale Aktien an, die sich in den letzten Jahren durch eine überdurchschnittliche Dividendenrendite auszeichnen können. Damit kommen wir auch bereits zu einem wichtigen Punkt, nämlich dass Sie nicht nur die aktuelle Dividendenrendite im Blick haben, sondern sich näher betrachten, ob die Aktie auch in der Vergangenheit bereits über einen möglichst langen Zeitraum mit einer überdurchschnittlichen Dividendenrendite ausgestattet war. Die Dividendenrendite ist nämlich immer eine Momentaufnahme, denn sollte sich der Aktienkurs in größerem Umfang in die eine oder andere Richtung bewegen, hat dies natürlich enormen Einfluss auf die Höhe der Dividendenrendite. Was bedeutet dies im Detail?

Nehmen wir einmal das Beispiel einer Aktie, die aktuell einen Kurs von 89 Euro hat. Im vergangenen Jahr erzielte die AG einen Gewinn, sodass in diesem Jahr eine Dividende in Höhe von 4,45 Euro je Aktie ausgeschüttet wurde. Auf Grundlage des aktuellen Kurses würde dies zu einer sehr guten Dividendenrendite in Höhe von fünf Prozent führen. Wenn nun der Aktienkurs beispielsweise auf 130 Euro steigen würde, würde dies eine größere Auswirkung auf die Dividendenrendite haben. Diese würde dann nicht mehr bei fünf Prozent, sondern nur noch bei 3,42 Prozent liegen.

Natürlich kann auch der gegenteilige Fall eintreten, nämlich dass die Aktie Kursverluste verbucht. Sinkt der Kurs zum Beispiel von 89 auf 67 Euro, würde die Dividendenrendite auf 6,64 Prozent steigen. Eine relative hohe bzw. steigende Dividendenrendite hat also häufig als eher negative Ursache, dass ein Kursrückgang dafür verantwortlich ist. In diesem Fall würden Sie sich also einerseits über eine gestiegene Dividendenrendite freuen können, hätten aber gleichzeitig vermutlich auch Kursverluste erlitten. Natürlich gibt es diesbezüglich auch Ausnahmen, nämlich dass die steigende Dividendenrendite nicht durch Kursverluste, sondern durch eine erhöhte nominale Dividende verursacht wurde.

Aus den genannten Gründen ist es wichtig, dass Sie sich nach möglichst stabilen und weniger volatilen Aktienwerten mit einer guten Dividendenrendite umsehen, denn diese sind eine ideale Basis für die Dividendenstrategie. Jede Dividendenstrategie kann individuell gestaltet sein, aber insbesondere auf die folgenden Punkte sollten Sie bei der Auswahl der Aktienwert legen:

  • Überdurchschnittliche Dividendenrendite
  • Dividendenrendite schon seit Jahren über dem Durchschnitt
  • Aktie ist vergleichsweise wenigen Schwankungen unterlegen (geringe Volatilität)
  • Stabiles und bekanntes Unternehmen
  • Tendenziell nominal steigende Dividende

Wenn Sie diese Auswahlkriterien beachten, ist die Chance relativ groß, dass Sie tatsächlich dividendenstarke Aktien finden, die Sie in eine langfristige Dividendenstrategie integrieren können. Um es noch einmal zu betonen: Dividendenstarke Aktien in Kombination mit der Dividendenstrategie sind tatsächlich nicht für kurz- oder mittelfristige Investments geeignet, schon gar nicht mit dem Ziel, schnelle Gewinne zu erreichen. Stattdessen handelt es sich um eine langfristig orientierte Strategie, wenn Sie die Stärken der Dividendentitel möglichst optimal nutzen wollen.